Mitten im Fußballspiel macht Myas Röhrenfernseher „Myavision Color 70“, ein Flohmarktschatz für ihre Retro-Spielekonsole, nur noch Pffft. Der Bildschirm bleibt schwarz, Kater Erwin ist beleidigt, denn er hat immer so gern nach dem Ball auf der Mattscheibe gehauen. „Kein Problem“, sagt Mya, „ich bin Elektromeisterin. Im Keller steht noch eine Elektronenstrahlröhre aus der Schulsammlung. Daran erkläre ich euch, wie so ein Fernseher funktioniert.“ Theo und Paul helfen, Lumi will unbedingt der Leuchtfleck sein. Und zwei neue Bekannte sind auch dabei: das flinke Elektron Elli und das gemütliche Proton Pummel.
Physik Klasse 11 (Leistungskurs). Die Sprüche sind albern, die Zahlen nicht: Alle Bahnen werden mit e = 1,602 · 10−19 C und me = 9,11 · 10−31 kg exakt berechnet. Mit Profi markierte Teile gehen etwas weiter. Grundlagen gibt es auf den Seiten Elektrische Felder, Kondensator und Millikan-Versuch.
Myas Sicherheitsregel: Einen Röhrenfernseher niemals öffnen! Auch ausgesteckt kann die Röhre noch lange auf über 20 000 V geladen sein, und das Glas steht unter mehreren Tonnen Luftdruck. Mya schraubt nur in der Simulation. Schulröhren werden nur mit der Lehrkraft angeschlossen.
Tippe die Bauteile an und lies, wozu sie da sind. Schalte dann die Heizung und die Anodenspannung ein und beobachte, was passiert. Probiere auch den Wehnelt-Regler und Myas gefährliches Luftventil aus.
Aufträge: ① Warum kommt ohne Heizung kein einziges Elektron aus der Kathode? ② Was bewirkt der Wehneltzylinder? Stelle −2 V, −20 V und −55 V ein und beschreibe den Leuchtfleck. ③ Erkläre, was beim Öffnen des Luftventils passiert und warum die Röhre luftleer sein muss.
Zwischen Kathode und Anode (Abstand d = 2,0 cm) liegt die Beschleunigungsspannung UB. Das elektrische Feld zeigt längs der Flugrichtung, deshalb heißt es Längsfeld. Mya veranstaltet ein Wettrennen: Elektron Elli gegen Proton Pummel (für Pummel hat Mya die Platten umgepolt). Lumi startet auch. Lumi ist allerdings ungeladen. Alles läuft in extremer Zeitlupe: Im Original dauert das Rennen nur Milliardstel Sekunden.
Aufträge: ① Begründe mit dem Energieerhaltungssatz: e · UB = ½ m v². ② Wie ändert sich v, wenn du UB vervierfachst? Prüfe am Diagramm. ③ Pummel bekommt dieselbe Energie wie Elli. Warum ist er trotzdem 43-mal langsamer? ④ Profi Was stimmt bei 1 MV mit der klassischen Rechnung nicht?
Nach der Anode fliegt der Strahl mit v0 zwischen die Ablenkplatten (Länge l = 5,0 cm, Abstand d = 2,0 cm). Dort zeigt das Feld quer zur Flugrichtung. Die Elektronen fliegen deshalb auf einer Parabel, genau wie ein waagerecht geworfener Ball. Hinter den Platten geht es geradeaus weiter bis zum Schirm (Abstand L = 20 cm ab Plattenmitte). Kater Erwin sitzt vor dem Schirm und jagt den Leuchtfleck.
| Nr. | UB in V | Uy in V | Uy/UB | Y in cm |
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Aufträge: ① Miss Y für verschiedene Uy bei festem UB, dann für verschiedene UB bei festem Uy. ② Warum liegen alle Punkte auf einer Geraden, wenn man Y über Uy/UB aufträgt? ③ Vergleiche die Steigung mit l · L / (2d). ④ Bei welcher Spannung trifft der Strahl die Platte? ⑤ Profi Schicke Pummel. Was ändert sich, was nicht?
Mya kennt die Geschichte der Röhre angeblich auswendig. Behauptet sie jedenfalls. Tippe dich durch die Jahre.
Ganz unten auf der Seite wartet Myas Geschichten-Quiz „Wahr oder geflunkert?“.
Röhrenfernseher stehen heute nur noch bei ein paar Retro-Spielefans wie Mya. Elektronenstrahlen aber sind überall: in der Klinik, im Labor und in der Fabrik. Wähle ein Gerät.
Außerdem: Elektronenstrahl-Lithografie (Masken für Computerchips), Elektronenstrahl-Verdampfen (Beschichtungen für Brillengläser und Optik) und in der Schule das Fadenstrahlrohr zur Bestimmung von e/m.
Mya hat in Station 4 und 5 viel erzählt. Ein paar Dinge hat sie aber dazuerfunden. Welche?